Immer wieder stellen uns Personen ähnliche Fragen zum Thema Lasertag. Anbei beispielhaft die letzte Frage dieser Art:

Guten Tag, Ich habe mal eine allgemeine Frage zu Lasertag in Deutschland. Sämtliche BVerwG Entscheidungen und BVerfG Entscheidungen lehnen Lasertag als Verstoß gegen die öffentliche Ordnung und Eingriff in die Menschenwürde ab. (Nicht meine Meinung, gebe nur die Entscheidung wieder) und selbst der Eugh sagt dass einem solchen Verbot auch nicht das Unionsrecht entgegen steht. Wie kommt es dass es trotzdem immer mehr Lasertag Anlagen in Deutschland gibt? Ich freue mich darüber und das soll keine Kritik darstellen – ich wundere mich nur einfach. Natürlich steht zu so praktischen realitätsbezogenen Dingen nichts in den Lehrbüchern. Daher dachte ich informiere ich mich mal an der Quelle. Liegt es daran dass man nicht „tötet“ sondern „Punkte sammelt“? Der Unterschied wäre ja ziemlich konstruiert aber natürlich ist das ganze Problem ziemlich bescheuert (insbesondere wenn man die Entscheidungen zum Paintball daneben ließt, was scheinbar GANZ ANDERS im Bezug auf die Menschenwürde zu sehen ist). Über eine Antwort würde ich mich freuen. LG A.W.

Und das ist unsere Stellungnahme:

In Deutschland gibt es keine Entscheidung auf Bundesebene über ein Verbot von Lasertag. Die einzelnen Landesgerichte entscheiden dies jeweils regional. Daher stößt man im konservativen Bayern seltener auf eine Lasertag-Arena, als z.B. hier in Berlin. Das jeweilige Bauamt entscheidet über die Zulassung und die zu erfüllenden Bestimmungen einer zukünftigen Anlage. Das geht von den Brandschutzbestimmungen über ethisch-moralische Vertretbarkeit einer solchen Anlage. Ohne eine solche Genehmigung des Bauamts darf keine Arena eröffnet werden. Unsere Arena ist zum Beispiel unbedenklich und kann sogar von Kindern besucht werden, da wir uns ganz vehement von Kampfsimulationen entfernen und den Funsport-Charakter von Lasertag betonen. Für uns ist es nicht das Vorspielen einer Kampfsituation, sondern lediglich „Fangen“ mit Lasern. Daher kommt ursprünglich auch der Begriff LaserTag. „Tag“ steht im Englsichen für das Kinderspiel „Fangen“. Und falls du bei uns oder einer anderen Arena schon mal gespielt hast, wirst du wissen, dass es sehr ähnlich wie Fangen ist…. bloß mit Lasern. Unsere Erfahrung ist, dass diejenigen, die Lasertag verurteilen, es noch nie gespielt haben. Wir hatten hier schon Richter und Polizisten, die dem Spiel mit großer Skepsis gegenüber standen. Nach den ersten Spielerfahrungen verflog diese Skepsis jedoch und sich purer Freude über das gemeinsame Erlebnis. Es gibt diesbezüglich auch ein Gutachten von Dr. Christine Huth-Hildebrandt, die zu dem Schluss gekommen ist, dass Lasertag speziell für Jugendliche sehr entwicklungsfördernd ist. Denn Lasertag verfügt über einen nicht unerheblich wichtigen soziologischen Aspekt: Es ist eine der besten Formen, um Stress abzubauen. Die Jugendlichen tauchen in eine andere Welt ab, in der sie die Sorgen der Pubertät loslassen und ganz sie selbst sein können und einfach nur Spaß haben. Daneben wird auch Teamgeist in den zahlreichen Teamspielen gefördert, die Lasertag zu bieten hat. In der Arena sind außerdem alle gleich. Durch die Dunkelheit und das Schwarzlicht ist nicht erkennbar, welche Hautfarbe, oft nicht einmal welchen Geschlechts der oder die Mitspieler/in ist. Wenn das Spiel dann im eigenen Team mit zunächst völlig fremden Spielern gestartet wird, so kommt es nicht selten vor, dass nach dem Spiel neue Freundschaften entstanden sind. Die Taktiken, über die sich die Spieler zwischen den Runden unterhalten, fördern das Denken in Richtung Problemlösung. Ein positiver Effekt, der auch bei Computerspielen nachweislich eintritt. Es liegt sicherlich daran, dass Lasertag in Deutschland noch sehr neu ist und immer noch eine Art „Underground-Entertainment“ ist. Ein Geheimtipp, sozusagen… nicht sehr bekannt. Wir von LaserStar wollen das ändern und richtig gutes Lasertag nach Deutschland bringen. Komm‘ am besten selbst mal vorbei und mach‘ dir ein Bild von uns und unserer Anlage. Wir würden uns über einen Besuch freuen. Leute, die Lasertag als Störung/Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder gar Menschenverachtend bezeichnen und es verbieten wollen, könnten genauso auch das Kinderspiel „Fangen“ verbieten, weil da ein einzelner Spieler diskriminiert wird, da alle anderen ihn meiden. Sicherlich gibt es Punkte für das taggen der gegnerischen Spieler, jedoch hat man es hier nicht auf Menschen abgesehen, sondern auf blinkende Westen und Phaser. Man taggt nicht, um „kills“ zu kriegen oder um anderen Spielern damit Schaden zuzufügen. Einzig und allein die eigene Highscore zählt. Dieser Denkprozess unterscheidet sich im Kern von dem der Kampfsimulation, wo es das Ziel ist, den Gegner außer Gefecht zusetzen, indem man bei ihm möglichst großen Schaden verursacht. Verstehst du? Es geht beim Lasertag allein um dich und um deine Erfolge und nicht darum, wie viel Schaden du angerichtet hast. Es geht alleine um den Spaß im Moment des Spiels. Um die Jagd nach der Highscore. Um die Spannung, in eine anderen Welt abzutauchen und dort frei zu sein. Ich hoffe, wir konnten dir mit dieser Antwort helfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Frühling – Standortleiter –